Tour 2018

1. Tag/ Samstag, 30.06.2018

Die Entenjägerfahrt beginnt! Wir sind acht: Hartmut, Gerd-Volker, Ottmar, John, Stefan, Helmut und Rüdiger. Das sind lediglich die Motorradfahrer. Michael kommt natürlich mit dem Porsche. In gewohnter Weise treffen wir uns um 8.00 Uhr und starten zum ersten Tagesziel nach Lindau in das „Inselhotel“ am Bodensee. Das Wetter scheint traumhaft zu werden. Es sind schon 18° Grad und los geht’s. Es ist schon das zweite Ferienwochenende in Hessen und wir rechnen schon mit etwas höherem Verkehr. Unsere Route geht über Karlsruhe nach Stuttgart, weiter Richtung Konstanz, über Friedrichshafen nach Lindau. Natürlich haben wir die Tour ausführlich besprochen. Aber dann, kurz vor Hockenheim der erste Stau. Hartmut mit Sozius Ottmar, ein wirklich ortskundiger und welterfahrener „Back-Seat Driver“, übersieht die Ausfahrt nach Karlsruhe. Die Entenjäger schlängeln sich in gewohnter Motorradfahrermarnier durch den Stau. Alle nehmen auch die richtige Ausfahrt, lediglich die beiden besagten Herren ziehen es vor Ihre Reise alleine weiter zu führen. Nach geraumer Zeit und mittels Nachrichten per Handy durch SMS oder Anrufe, gelingt , dass wir uns ca. 2 Stunden später vor Rottweil auf einer Raststätte wiedervereinen. Alles nicht schlimm und locker mit 2 Strafrunden problemlos zu regeln. In Lindau angekommen und dem Navi folgend, geht es mitten durch die Fußgängerzone. Viele hunderte Menschen die gemütlich Ihren Einkaufsbummel tätigen sind etwas erstaunt über  die 6 Motorräder die unmittelbar in ihrer Umgebung durch die Fußgängerzone fahren. Also, alle Mann zurück und über eine Umleitung zum Inselhotel. Die Lage direkt neben der Fußgängerzone, nicht weit vom Hafen ist Top und für die 1 Nacht vollkommen ausreichend. Auf Grund der hohen Temperaturen von über 32° Grad sind die Entenjäger mittlerweile äußerst durstig und der Weg führt uns direkt zum Hafen, wo auch heute noch, dank der Fußball-WM, ein Public-Viewing in einem wunderschönen Biergarten angesagt ist und wir bestens mit kalten Getränken versorgt werden. Dort wird bereits geplant das Abendessen in einer ansässigen Pizzeria einzunehmen. Nachdem der erste Durst gestillt, die Entenjäger geduscht und mit frischer Entenjägerkleidung ausgerüstet sind, treffen wir uns alle um 19.00 Uhr in der besagten Pizzeria am Hafen. Das Wetter ist nur genial und wir können den kompletten Abend in kurzen Hosen außen verbringen und nach Beendigung des Abendessens wiederrum die Public-Viewing Arena aufsuchen um das heutige Abendspiel der WM  zu verfolgen. Einige der älteren Entenjäger sind nach dem Fußball bereits müde und treten den Heimweg ins Hotel an. Der Rest lässt es sich noch gemütlich in einer der vielen Gaststätten am Hafen mit einem leckeren „Müller-Thurgau“ gutgehen und den Abend ausklingen. Immerhin betrug die heutige Tagesetappe 510 km.

Porschefahrer Michael haben wir zwar auf der Autobahn kurzfristig überholt, allerdings nimmt er jedoch eine andere Route über Ulm und ist ca. 10 min. vor den Entenjägern bereits im Hotel. Ein Platz in der Tiefgarage für die Motorräder, ca. 200 Meter vom Hotel, ist bereits reserviert.

 2. Tag/ Sonntag, 01.07.2018

Es ist heiß! Um 8.30 Uhr heißt es, die Motorräder aus der Tiefgarage holen. Anschließend wird gemütlich gefrühstückt und pünktlich um 9.30 Uhr verlassen wir Lindau. Die Strecke nach Pfalzen führt uns über Bregenz entlang der Autobahn bis zum Arlbergpass. Von dort weiter über Zürs nach Lech. In Lech das nächste Malheur. Hartmut ist verschwunden! Alle Entenjäger sind komplett aber Hartmut wählt schon wieder die falsche Ausfahrt und fährt munter Richtung Bregenzerwald um nach ca. 10 Minuten festzustellen, dass er ganz alleine unterwegs ist. Nach einem kurzen Telefonat treffen wir uns jedoch nach weiteren 20 Minuten in einem Restaurant direkt an der Straße im Lechtal wieder. Jetzt gemeinsam, geht es weiter Richtung Reuthe. Von dort über den Fernpass, wo wir am Zugspitzblick unsere Mittagspause einlegen. Der Stau über den Fernpass mit ca. 20 km, ist „Gott sei Dank“ in der entgegengesetzten Richtung. Weiter geht’s nach Innsbruck über den Brenner nach Italien. Wir nehmen die Abfahrt Brixen, fahren über die Sonnenstraße nach Pfalzen. Unsere heutige Tagesetappe waren 350 km. Groß ist die Freude, dass John nach dem Ausfall im letzten Jahr bereits in Würzburg und dem darauf folgenden Wechsel von BMW GS auf ein italienisches Nobelprodukt von „Ducati“, es tatsächlich geschafft hat Italien zu erreichen. Ab jetzt sollte ihn im Mutterland seines Motorrades auch nichts mehr passieren. Nach herzlicher Begrüßung mit unseren Südtiroler Freunden und dem gemeinsamen Abendessen auf der Terrasse, wird anschließend noch auf dem, extra von Mani an der Theke platzierten Fernseher,  Fußball-WM geschaut. Unsere langjährigen Freunde aus Pirna, Volker und Anita, sind auch wieder zur gleichen Zeit Gäste im Hotel und wir freuen uns schon sie wieder zu sehen.

3. Tag/ Montag, 02.07.2018

Auch heute ist die Wettervorhersage noch perfekt, evtl. sollen gegen Abend ein paar Gewitter aufziehen. Eine tolle Tour steht uns bevor. Es geht über Bruneck Richtung Toblach. Von dort zum Misurinasee, an den drei Zinnen vorbei nach Auronzo, weiter über den Antoniapass (Passo san Antonia)und dem Kreuzbergpass nach Sexten und Innichen, wo wir auch eine kurze Rast einlegen. Weiter geht’s nach Lienz, die Hauptstadt von Osttirol. Von dort Richtung Felbertauerntunnel, durch das Defereggental und über den Staller Sattel zurück nach Südtirol. Auf Grund der Tatsache, dass die Passstraße „Staller Sattel“ nur immer eine ¼ Stunde von jeder Seite geöffnet ist, haben wir eine kurze Aufenthaltszeit und werden oben auf der Passstrasse tatsächlich von einer schwarzen Wolke erreicht, die uns ca. 10 Minuten mit Regentropfen erfrischt. Danach scheint weiterhin die Sonne, auch heute sind es wieder über 30° Grad, als wir gegen 16.00 Uhr in Pfalzen ankommen. Wir genießen noch ein paar erfrischende Getränke in der Sportsbar, bevor wir gegen 17.00 Uhr im Hotel sind. Helmut hat es heute bevorzugt eine Auszeit zu nehmen, sodass wir heute mit 5 Motorrädern unterwegs waren. Immerhin haben wir es heute mal geschafft, die komplette Tour auch gemeinsam durchzufahren. Selbst Hartmut ist dieses zum ersten Mal gelungen, sich heute mal nicht zu verfahren. Respekt !

4. Tag/ Dienstag, 03.07.2018

Bei einigen Entenjägern ist es anscheinend am letzten Abend etwas in die Verlängerung gegangen. Trotzdem sind alle frisch und pünktlich beim Frühstück. Helmut ist noch nicht auf der Höhe, ist etwas kränklich und bleibt lieber im Hotel zum faulenzen und Wellness machen. Hartmut nimmt sich ebenfalls, wie angekündigt, eine Auszeit und so starten wir mit 4 Motorrädern und insgesamt 5 Personen. Pünktlich um 10.00 Uhr geht’s los nach Sterzing über den Jaufenpass, durchs Passeiertal nach Meran. Auch hier sind es mittlerweile wieder über 30° Grad. Weiter geht es über die Meraner Höhenstraße nach Schenna und Hafling um etwas später in die uns gut bekannte Bikergaststätte direkt an der Höhenstraße einzukehren. Es gibt leckere Fritatten- und Nudelsuppe und danach wir entscheiden uns so langsam den Heimweg anzutreten. Entgegen den ursprünglichen Gedanken noch weitere Pässe zu fahren, Beschließen wir schleunigst den Heimweg anzutreten. Blickrichtung Brenner kommen bereits viele schwarze Wolken auf uns zu und wir schwitzen bei 35° Grad in unserer Ledermontur wie in einer Privatsauna. Das ändert sich jedoch schnell. 20 km vor Brixen trifft uns das Regengebiet. Es schüttet kräftig. Glücklicherweise haben wir rechtzeitig unsere Regenmontur an einer Tankstelle angezogen. Die Fahrt geht über Brixen durchs Pustertal und wir sind gegen 15.30 Uhr zurück in Pfalzen, jedoch bei einem Temperatursturz von ca. 20° Grad. „Gott sei Dank“ verzieht sich das Regengebiet im Laufe des Abends wieder, aber wir verbringen wir den ersten Abend mal lieber in langen Hosen. Ansonsten geht’s allen gut. Weiterhin verläuft unsere Reise fehlerfrei und ohne Probleme. Ottmar hat uns heute berichtet, dass er darüber nachdenkt ein Buch zu schreiben. Der Titel soll eine Hommage an Gerdi sein. Nach der Novelle „Die Erfindung der langsamen Bergauffahrt“. Alle seine Freunde und deren Ehefrauen sollen in diesem Buch, jedoch ausschließlich nur positiv erwähnt werden.

5. Tag/ Mittwoch, 04.07.2018

Nachdem es am Vorabend ziemlich lange geregnet hat und frisch war, haben wir es vorgezogen den Abend nach dem Fußball lieber an der Bar zu verbringen. Wie immer, wunderbar und harmonisch. Heute steht uns eine nicht allzu große Tour bevor. Der Plan, der gestern Abend geschmiedet wurde heißt, nach Arabba zum Pizzaessen. Erstaunlicherweise sind wir heute vollständig. Alle Entenjäger sind am Start. Wir vereinbaren mit Porsche Micha, der ebenfalls nach Arabba kommen möchte, einen Termin gegen 13.00 Uhr. Und los geht es über Bruneck ins Gadertal und Alta Badia. Weiter vorher auf den Passo del Erbe übers Würzjoch – eine Traumstecke in diesem Jahr. Wenig Verkehr, schmale Straßen, wenn auch etwas überholungsbedürftig. Oben angekommen, haben sich auch die Wolken mittlerweile aufgelöst. Die Sonne scheint und ein fantastischer Platz für unser Entenjäger-Foto wird gefunden. Der sehr nette Parkplatzwächter lässt uns für ein paar Minuten kostenlos einparken und macht auch noch ein perfektes Foto mit Kamera und Handy. Unser herzlichster Dank war ihm sicher! Weiter geht die Fahrt Richtung Brixen. Wir entdecken eine völlig neue Strecke, die uns direkt Richtung Klausen ins Grödnertal führt. Eine schmale Straße, ziemlich kurvenreich – einfach ein Traum! Kurz vor Sankt Ulrich wird es Zeit für eine Rast, die Entenjäger sind durstig. Ein nettes Restaurant mit einem großem Schild „Bikers Welcome“ lädt ein zur Apfelschorle und Spezi. Von hier sind es noch ca. 50 km bis zum vereinbarten Treffpunkt. Es geht weiter über Sankt Ulrich, Sankt Christina und Wolkenstein hinauf aufs Sellajoch. Hier erwarten uns leider viele Baustellen und unser Zeitplan wird gehörig durcheinander gerüttelt. Nach Überquerung des Sellapasses geht’s weiter Richtung Arabba. Es ist bereits 13.30 Uhr, aber nicht zu ändern. Alle freuen sich auf die angekündigte Pizza, die uns in den vergangenen Jahren bereits mehrfach gut gemundet hat. Kurz nachdem wir bestellt haben verdunkelt sich jedoch der Himmel und tatsächlich gibt es noch vor Beendigung des Mittagessens den ersten Regenschauer. Schade, dass wir das leckere Essen nicht in Ruhe zu uns nehmen können. Es heißt Regenklamotten an. Ottmar nutzt die Gelegenheit um den Rückweg trocken im Porsche anzutreten. Die Entenjäger starten bei heftigem Regen über den Campolongo nach Covara. Doch nach 10 Minuten bessert sich das Wetter. In Bruneck angekommen steigt die Temperatur wieder auf über 25° Grad und die Sonne scheint. Das nutzen wir um die letzte Rast in der Sportsbar in Pfalzen einzulegen, wo wir gegen 15.30 Uhr eintreffen. Nach 1 bis 2 leckeren Getränken verdunkelt es sich  schon wieder und noch einmal öffnet sich der Himmel und es fängt wieder an zu regnen. Schnell geht’s ins Hotel. Der Regen war „Gott sei Dank“ jedoch nur von kurzer Dauer und ein Teil der Entenjäger nutzt bei erneutem Sonnenschein den Gang in den Whirlpool. Die anderen sind schon mit packen oder Weizenbier trinken beschäftigt, denn leider endet unser Südtirol-Aufenthalt ja schon morgen, aber wir freuen uns noch auf eine Nacht in Augsburg.

6. Tag/ Donnerstag, 05.07.2018

Da unsere Fahrt heute nicht so lange ist, beschließen wir gegen 10.00 Uhr zu starten. Noch ist es angenehm kühl. Nach dem gemeinsamen tanken geht’s los, um noch kurz vor der Autobahn im Schinkengeschäft Lanz ein paar Köstlichkeiten einzukaufen. Es geht es über Franzenfeste hinauf auf die alte Brennerstraße bis zum Brenner Ort, parallel zur Autobahn. Weiter durch die wunderschön gelegenen Orte Steinach und Matrei, bis hinunter nach Innsbruck. Von hier fahren wir wenige Kilometer Autobahn, um dann abzubiegen auf die Straße Richtung Garmisch Partenkirchen. Der Weg geht über Mittenwald und Seefeld. Weiter geht’s auf der romantischen Straße, immer parallel zur Autobahn, Richtung Augsburg. Wir fahren am Kloster Ettal und Oberammergau vorbei und kurz danach gibt es eine Rast beim Motorradfahrenden Wirt im „Gasthof Brückenwirt“, wo wir uns Würstl mit Pommes schmecken lassen. Mittlerweile ist es leicht am nieseln, jedoch nicht so stark, dass es sich lohnt die Regenkleidung anzulegen. Kurz vor Augsburg haben wir doch noch einen kleineren Stau von 3 km vor uns, aber wir erreichen das Hotel „Augusta“, sehr zentral gelegen, pünktlich gegen 16.00 Uhr. Nachdem alle Zimmer bezogen sind, geht’s hurtig gegenüber in den Biergarten zum „Bayerischen Haus am Dom“, wo wir auch gleichzeitig einen Tisch für unser Abendessen reservieren. Nach dem Genuss einiger Kaltgetränke geht’s zum frischmachen. Um 19.00 Uhr treffen sich alle, wie verabredet, im Bayerischen Gasthaus und wir machen uns über Schweinshaxen und Schweinsbraten her. Es schmeckt wunderbar und wir genießen den Abend bei bayerischer Gemütlichkeit mit einer netten Bedienung. Gegen 23.00 Uhr noch ein Absacker an der Bar und ein wunderschöner Tag, mit einer wunderschönen Strecke geht zu Ende. Die Tagesetappe waren 370 km.

7. Tag/ Freitag, 06.07.2018

Nach einem gemütlichen Frühstück steht die Heimreise an. Es hat bereits in der Nacht wieder angefangen zu regnen und leider immer noch nicht aufgehört. Also, Regenklamotten an und los geht’s – Abfahrt 10.00 Uhr. Nach 1 Stunde Fahrt wird’s dann doch endlich trocken und wir können uns der Regenklamotten entledigen. Wir fahren Richtung Ulm und weiter nach Würzburg. Mittlerweile ist das Wetter sehr schön und die Fahrt verläuft problemlos. Nach einem letzten Tankstopp und einem kleinen Imbiss in Langenbergheim, erreichen wir Breitscheid gegen 16:45 Uhr. Da noch einige Strafrunden offen sind, beschließen wir in gewohnter Weise noch diverse Abschiedsbiere zu trinken. Diese können wir, auf Grund des guten Wetters, im Sportheim auf der Terrasse zu uns nehmen. Die Gesamtfahrleistung in diesem Jahr beträgt lediglich 2.242 km. Alle Entenjäger sind glücklich und zufrieden, dass alles wieder prima geklappt hat. Diesmal keine Panne, vollzählig bei der Abfahrt und vollzählig bei der Ankunft. Die letzte Tagesetappe heute waren noch einmal 450 km.

Auf ein Neues im Jahr! Wir freuen uns schon auf 2019!