Tour 2012

  1. Tag / Sonntag, 01.07.12:

Die neue Entenjägertour beginnt. Pünktlich um 8.00 Uhr soll es losgehen und uns erreicht schon am frühen Morgen leider keine gute Nachricht. Helmut, eigentlich ein Kerl wie ein Baum hat so starke Rückenschmerzen und obwohl die Koffer schon gepackt sind, kann er die Fahrt  nicht mit antreten. Doof ! Das Wetter ist sehr schön, noch, allerdings wussten wir  nicht, dass dies der Beginn eines sehr spannenden Tages ist. Bereits nach ca. einer Stunde der nächste Aufreger. Irgendein Teil an Gerdis Motorrad verabschiedet sich und nach Prüfung der Entenjäger Motorrad Fachmänner Kommission stellt sich heraus, es ist der Kettenspanner und weiterfahren geht nicht. Dummerweise ist es Sonntag und wir haben keine Chance kurzfristig ein Ersatzteil zu besorgen. Nach einigen Telefonaten doch noch die Lösung. Glücklicherweise wurden 2 dieser Motorräder gebaut (und auch Verkauft) und das 2 fährt auch noch in der Verwandtschaft. Petra besorgt es kurzerhand  und bringt es freudestrahlend zum Rastplatz Spessart. John wartet derweil mit Gerdi und der Rest der Entenjäger tritt die Weiterfahrt zum ersten Tagesziel nach Rosenheim an. Ab Aschaffenburg beginnt zu regnen und was erst noch nach einem kurzen Schauer aussieht, entwickelt sich zu heftigem Dauerregen, der weit über zwei Stunden lang anhält. Während der Mittagsrast in Greding versuchen wir Kontakt zu den Nachzüglern aufzunehmen. Allerdings scheint das Problem behoben und die Jungs ebenfalls auf der Weiterfahrt. Um uns schnellstmöglich einzuholen, lassen sie es mächtig krachen, doch kurz vor Ingolstadt das nächste Malheur. Dunkle, blaugraue Rauchwolken kommen dem Auspuff diesmal aus Johns Motorrad. Die letzte Chance heißt ADAC. Eine Weiterfahrt ist definitiv nicht möglich und die gelben Engel besorgen einen Leihwagen, mit welchem  John schweren Herzens die Fahrt Richtung Heimat antritt, jedoch nicht ohne vorher noch Ottmars Gepäck ebenfalls noch auf Gerdis Motorrad umzuladen, sodass dieser leicht beengt aber gemütlich  die Fahrt fortsetzt.. Der Rest der Entenjäger ist mittlerweile bei München angekommen und wie auch sonst, der nächste regen ist da und jetzt so heftig, dass es bei Blitz und Donner, Hagel und Sturmböen nur so auf uns herabströmt. Wir sind gezwungen einen Nothalt auf der Standspur einzulegen, uns die Regenklamotten überzuwerfen und nur noch im Schritttempo zu schleichen. 16:30 Uhr, unglaublich, wir sind da, im „Happinger Hof“. Endlich. Nach weiteren 3 Stunden schafft es tatsächlich auch Gerdi wenn auch leicht gestresst, durstig und vollkommen überladen zum Hotel. Zum Glück haben Westerwälder Schornsteinfeger (John) ein Zweitmotorrad in der Garage, sodass kurzfristig umgeplant wird und er am nächsten Tag direkt mit Frank, der ja noch per Auto und Anhänger nach Pfalzen kommen will mitfährt. Bei gemeinsamem Public Viewing im Europameisterschafts-Zelt des Hotels erholen wir uns von den Geschehnissen des Tages und verabschieden uns schon etwas müde gegen 23:00 Uhr zur Nachtruhe.

  1. Tag / Montag, 02.07.12

Zum gemeinsamen Frühstück gegen 8:30 Uhr sieht die Welt schon wieder etwas freundlicher aus. Es ist trocken und die Sonne kommt tatsächlich heraus. Auf geht’s über die Autobahn nach Kufstein. Von dort via Landstraße nach Kitzbühel, Pass Thurn und Mittersill. Weiter durch den Felbertauerntunnel nach Osttirol, durchs Defereggental über den Staller Sattel um dann gegen 13:30 Uhr den schön gelegenen Antholzer See zu erreichen. Eine willkommene Gelegenheit hier eine kurze Mittagspause zu genießen. Die Temperaturen sind auch mittlerweile auf über 30 Grad gestiegen. Was für eine Wohltat. Es sind nur noch 40 Kilometer über Bruneck direkt nach Pfalzen, wo wir dann gegen 15:00 Uhr eintreffen. Wie gewohnt werden wir herzlich empfangen, eine Schinkenplatte und ein paar kalte Biere stehen bereits für uns bereit. Die Anreise der noch fehlenden beiden Entenjäger Frank und John zieht sich jedoch weiter in die Länge, da nicht wie ursprünglich geplant frühmorgens losgefahren werden kann, weil zuerst  Franks Motorrad welches noch zur Inspektion in der Werkstatt verweilt abgeholt werden muss. Die Motorradurlaube kommen aber auch immer so plötzlich! Zusätzlich muss jetzt noch Johns zweit Motorrad aufgeladen werden und so kommen die Jungs erst gegen Mittag auf die Bahn.

Nach dem Genuss einiger  Getränke in Pfalzen sowie dem Besuch einiger Entenjäger im Whirlpool, treffen wir uns gegen 18:30 Uhr zum Abendessen. Die Wetterprognosen sind gut und sagen für die nächsten Tage heißes Sommerwetter mit leichter Gewitterneigung voraus. Der anfängliche  Stress ist längst überwunden und der Urlaub kann beginnen. Michael, unser Autofahrer und angeblicher Wanderer ( zumindest hat er manchmal Wanderschuhe an ) der ebenfalls von Rosenheim gestartet ist, ist mittlerweile auch eingetroffen und im Hotel werden wir von einigen Stammgästen, der letzten Jahre freundlich begrüßt. Ein Ehepaar aus Pirna, heißt uns in typischer Landessprache herzlich willkommen. Wir vermuten, dass sie extra wegen den Entenjägern die gleiche Urlaubswoche geplant haben.

  1. Tag / Dienstag, 03.07.12

Dann doch, die beiden Nachzügler sind auch noch wohlbehalten gegen 19:30 Uhr da und wir sind endlich komplett. Das angekündigte Gewitter für heute entpuppt sich als Fehlprognose und es ist wunderbar Warm mit über 30 Grad. Nur genial. Wir nutzen den Tag und fahren von Olang, über den Furkelpass weiter nach Alta Badia. Von dort geht’s über La Villa und  Pass Valparola nach Cortina d’Ampezzo und zur obligatorischen Stippvisite am  Misurinasee. Dort nutzen wir die Gelegenheit um  bei schönem Wetter in einer Pizzeria direkt am See einzukehren. Nach verspeister lecker Pizza führt uns die Fahrt über Toblach zurück nach Pfalzen, wo wir gegen 15:30 Uhr die Jausenstation Ihrenberg anzufahren, um noch ein Opa-Bier auf  Rüdiger und  klein Paula zu trinken. Gegen Abend fängt es noch an zu Blitzen und zu Donnern aber es bleibt weiterhin trocken. Das Gewitter verzieht sich und der Himmel ist schon nach kurzer Zeit  wieder blau. Dem obligatorischen Grillabend auf der Terrasse steht somit nichts im Wege, jedoch vorab erfreuen wir uns am tollen Wetter in der Sonne oder Whirlpool und mit einigen Getränken. Zur Abwechslung wird heute mal Aperol Spritz und Weizenbier gereicht, glaube das hatten wir noch nie. Die Stimmung ist lustig und entspannt. Wie immer beim Grillabend wird mächtig aufgefahren und das Team vom Hotel Kristall schafft es vorzüglich die Entenjäger und sogar Hartmut vollkommen satt zu bekommen. Unsere heutige Tagesetappe von 180 km war relativ kurz, aber nach 220 km am Vortag und 555 km am Anreisetag deshalb sehr angenehm.

  1. Tag / Mittwoch, 04.07.12

Da wir in den letzten beiden Tagen doch eher kleinere Runden gefahren sind, steht heute eine längere Tour an. Eine in einer Motorrad Zeitung entdeckte Tour führt uns nach Kärnten. Dazu verlassen wir Italien und fahren nach Österreich über Innichen bis Lienz, weiter dann nach Kärnten bis hoch zum Weissensee, einem der höchstgelegenen Badeseen in Österreich auf über 1000 m. Kurz vor Erreichen des Ortes verabschiedet sich urplötzlich eines der Nummernschilder, die normalerweise mit Schrauben an den Mopeds befestigt sind. Natürlich, wie auch sonst, konnte es sich nur um Franks Motorrad italienischer Bauweise handeln. Wenn auch wie beim anlassen dieses Teils eindeutig zu hören ist sich hunderter loser Schrauben im Motorblock befinden müssen fehlen 2 an der richtigen Stelle. Frank fährt, ohne den Verlust zu bemerken weiter doch glücklicherweise wird es von John entdeckt, aufgesammelt und wenige Minuten später Frank überreicht. Er zeigt sich jedoch vollkommen überrascht und war verständlicherweise davon ausgegangen, dass das Schild im Laufe der Jahre einfach fest gerostet ist. Nach dem anschließenden Mittagessen und dem Erwerb neuer Schrauben geht die Fahrt über Hermagor bis Kötschach Mauthen, von dort über den Plöckenpass wieder nach Italien bis Tolmezzo. Es ist bereits 14:30 Uhr und einige Entenjäger, naja der  Micha halt fangen an sich über verspanntes Sitzfleisch zu beschweren. Dabei  sind es doch  ab hier nur noch 200 km zurück und die Akkus vom Navi sind dummerweise auch leer.  Der einfachste Weg ( ohne Navi ) geht wieder über Cortina d’Ampezzo und wir sind erst gegen 18:30 Uhr und nach insgesamt 400 km in  Pfalzen. Wenn auch anstrengend, aber was für ein toller Tag. Bei Traumwetter einfach wunderbar. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit, heute mal ohne Pool werden bereits beim anschließenden Abendessen diverse Tourenvorschläge für die letzten beiden verbleibenden Tage diskutiert.

5. Tag / Donnerstag, 05.07.12

Die ursprünglich geplante Tour durchs Ötztal nach Innsbruck und zurück über Kühtai und Axam müssen wir leider streichen. Unterwegs ziehen Wolken auf und während wir den Jaufenpass überqueren, fängt es leicht an zu regnen. Kurzfristig planen wir um und fahren lieber Richtung Süden. Meran heißt das neue Tagesziel, was sich auch aufgrund der aufziehenden Schlechtwetterfront als  richtig herausstellt. Entlang der  Meraner Höhenstraße geht’s über Hafling Richtung Bozen. Nach einer kurzen Mittagsrast entschließen wir uns noch einen Abstecher nach Kastelruth zu machen und dem Navi folgend quer durch die Dolomiten über Wolkenstein und Corvara nach Hause zu fahren. Jedoch auch hier macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Nach einem Kurzaufenthalt bei noch strahlendem Sonnenschein in Kastelruth entschließen wir uns nicht durch den aufziehenden Regen zu fahren, sondern nehmen lieber die Strecke durchs Pustertal nach Brixen und von dort über die Südtiroler Sonnenstraße nach Pfalzen. Immerhin haben wir noch eine Tageskilometerzahl von 280 km erreicht. Auch heute haben wir wieder gemerkt, wie Frank uns im letzten Jahr sehr gefehlt hat und es somit zu wenigen Missgeschicken kam. Schade eigentlich. Beim Rasten auf dem Jaufenpass hat er sich zur Belustigung aller kurzfristig entschlossen sein neues Iphone einem Bruchtest zu unterziehen. Sorgfältig in der Entenjägermütze eingewickelt im Tankrucksack verstaut holt er es jetzt sehr schwungvoll heraus. Zu schwungvoll ! Nach dem Öffnen der Mütze schießt  das Gerät mit geschätzten 80 km/h Richtung Gipfelkreuz, um dann allerdings auf ca. 2400 m Seehöhe unerwartet die Richtung zu wechseln und mit lautem Getöse auf der Passstraße zu landen. Jo, Kaputt !! IPhone scheiben werden eh total überbewertet und telefonieren klappt doch noch auch wenn sich der Rest so langsam in ganz ganz viele kleine Teile auflöst. Gut gemacht Frank. Schön, dass du wieder dabei bist, sonst hätte ja auch keiner die falsche T-Shirt-Farbe angehabt und den Entenjägern wären einige Strafrunden entgangen. Michael und Roland, die es heute aufgrund der Beschwerden am Hinterteil vorgezogen haben einen Ruhetag einzulegen, erzählen uns, dass es in Pfalzen bereits ab mittags heftige Gewitter gegeben hat und dass sie dachten, dass wir mächtig nass geworden sind. Dieses war  dann Gott sei Dank nicht der Fall und wir hatten einen weiteren wunderschönen Tag in Südtirol. Später am Abend deutete dann jedoch vieles darauf hin, dass morgen aufgrund des Wetters doch ein Ruhetag eingelegt werden könnte. Wir werden sehen.

6. Tag / Freitag, 06.07.12

Tatsächlich, ist es am regnen und wir lassen es langsam angehen. Gegen 10:30 Uhr fahren wir mit dem Hotelbus ( Danke Manni ) nach Bruneck, um die Gelegenheit für einige Einkäufe zu nutzen. Im hiesigen Einkaufszentrum „Supertip“ kaufen wir dann auch in gewohnter Weise Schinken, Käse, Wurst sowie diverse andere Mitbringsel. Anschließend beschließen wir noch der Einkaufsstraße von Bruneck einen Besuch abzustatten, um in einer Bar im Warmen und Trockenen zuerst einen Cappuccino und da es noch immer noch keine Aussicht auf Wetterbesserung gibt, auch noch ein Bierchen zu genießen. Wichtige Themen wie die Notwendigkeit einer Darmspiegelung älter werdender Männer, also einiger von uns werden diskutiert und sollen tatsächlich 2013 in die Tat umgesetzt werden. Unser aller Hausarzt und Freund Micha besteht drauf, gut so. Später am Nachmittag wieder in Pfalzen angekommen, kommt doch noch die Sonne zum Vorschein und wir faulenzen auf der Terrasse oder die Zeit wird genutzt, Motorräder der Autoheimfahrer auf den Hänger zu verladen. Neben John und Frank gesellt sich Michael und später auch wegen Beschwerden am Geläuf unser Westerwald Ranger Ottmar zu den Komfortheimfahrern. Am Abend freuen wir uns allerdings noch auf den gemeinsamen Besuch der Pizzeria „Winkler“, der einzigen Holzofenpizza hier im Umkreis und nehmen gerne den Bring – und Holservice von Manni in Anspruch. Nachdem alle Motorräder  verstaut, sowie die Koffer gepackt sind, genießen wir den Restabend und sind überrascht, dass sich die Entenjäger Woche leider schon wieder dem Ende entgegen neigt. Schade eigentlich, sehr schade.

7. Tag / Samstag, 07.07.12

Die Heimreise steht an. Wir frühstücken pünktlich alle um 7:30 Uhr, und starten dann auch tatsächlich um 8:00 Uhr. Da Ottmar, wie schon erwähnt, ebenfalls die komfortable Heimreise im Auto bevorzugt und Hartmut somit ohne Beifahrer den Heimweg antritt, erhöht sich auch gleichzeitig wegen viel weniger Gewicht die Reichweite seines Spritschluckmotorrades auf sagenhafte 200 km. Wir kommen gut voran. Die Autofahrer sind immer nur ein paar Minuten hinter uns und  wir treffen uns mittags zum gemeinsamen Snack bei Mc Donalds in Greding. Es ist wunderbar warm. Selbst ein kurzer Regen bei Nürnberg kann uns nicht mehr aufhalten. Gegen 16:30 Uhr erreichen alle wohlbehalten Breitscheid, wo wir in diesem Jahr den obligatorischen Abschiedsdrink auf die tolle Woche in der Galerie zu uns nehmen. Die Tagesetappe von 750 km haben alle gut verkraftet und alle sind wieder wohlbehalten nach einer Gesamtfahrleistung von 2400 km gut zuhause angekommen. Nach kurzem Fachsimpeln endet die Fahrt 2012 allerdings schon wieder mit der Vorfreude aufs kommende Jubiläumsjahr  „20 Jahre Entenjäger“ in Pfalzen 2013.