Tour 2007

17.- 22. Juni

Die Entenjäger starten am Sonntag den 17.06. pünktlich um 07:10 Uhr. Es ist wunderbares Wetter und es herrschen angenehme Temperaturen zum Motorradfahren. Einziger kleiner Wehrmutstropfen dieses Jahr ist, dass zwei unserer Entenjäger nicht an der Tour teilnehmen können. Roland fehlt aus gesundheitlichen Gründen (gute Besserung von uns allen) und Michael ist es leider beruflich nicht möglich.
 Die Motorradfahrt Richtung Südtirol verläuft absolut problemlos. Das Wetter ist weiterhin wunderschön und so erreichen wir nach 760 gefahrenen Kilometern unser Stammhotel Kristall in Pfalzen gegen 16:00 Uhr. Lediglich eine Sache ist erwähnenswert: Hartmut erhält mit großem Abstand den Pokal für die  langsamste Anreise der letzten 14 Jahre. Unglaublich. Er wird wirklich von allen Entenjägern dermaßen geschimpft, weil er in Österreich, wo man erlaubte 100 km/h also ungefähr 120 km/h fahren darf, mit einer maximalen rasanten Höchstgeschwindigkeit von 60-80 km/h durchgedonnert ist. Alle Entenjäger sind fast eingeschlafen und vor Langeweile vom Motorrad gefallen. Bei Helmut sind sogar die Kerzen verrußt. Da wir aufgrund dieser Tatsache alle dermaßen ausgeschlafen in Südtirol ankommen, wurde der erste Abend gleich schon mal richtig heftig. Die GBs (Geil Brothers, Holger und Micha) sind mittlerweile auch eingetroffen. Eigentlich wollten Sie 1 Woche wandern. Mal schauen was draus wird. Die Trinkleistung konnte sich wirklich sehen lassen.  Und keiner hatte richtig Lust ins Bett zu gehen. Na ja, es wurde halt spät, sodass der Start am Montag nicht ohne Schwierigkeiten vonstatten ging. 
 Wie man am nächsten Morgen (Montag den 18.06) beim Frühstück nebenbei erfährt, gab es in der vergangenen Nacht noch einige Episoden, die durchaus erwähnenswert sind, sie zu berichten. Gerdi hat sich noch mit landschaftsgärtnerischen Arbeiten beschäftigt, indem er, nachdem alle so gegen 01:30 Uhr endlich in der Kiste lagen, noch Lust verspürte an der Außenanlage des Hotels einige Umbauarbeiten vorzunehmen. Kurzer Hand wurden ein paar Pflanzen und Büsche umgerannt, die Manni am nächsten Morgen wieder sorgfältig einpflanzen musste. Aufgrund des verlängerten Abends  haben wir es dann am Montag halt etwas ruhiger angehen lassen. 
 Wir fahren gemütlich über Brixen, nach Lüsen, von dort auf das Würzjoch wo wir auch unser Mittagessen zu uns nehmen. Mit großer Freude stellen wir fest, dass unser lieber Freund Gerdi, vermutlich aufgrund der Vorkommnisse in der Nacht, seine Mütze vergessen hat und Ottmar doch tatsächlich sein T-Shirt verkehrt herum trägt. Diese unglaublichen Vergehen werden sofort mit einer Strafrunde von € 40,- pro Person belohnt. Weiter führt uns der Weg über St. Martin, über St. Vigil, über den Furkelpass, am Kronplatz entlang und dann über Olang und Bruneck wieder zurück nach Pfalzen. Gegen 14:30 Uhr erreichen wir die wunderschöne Jausenstation Ihrenberg, wo dann auch alle Entenjäger versuchen wieder erste alkoholische Getränke zu sich zu nehmen, was jedoch zuerst sehr schleppend vonstatten geht.  
 Wie durch ein Wunder sind die Nachwehen des vergangenen Abends plötzlich verschwunden und so verbringen wir den Abend in gemütlicher Runde auf der Terrasse des Hotels. 
 Am Dienstag den 19.06. ist das Wetter weiterhin schön und diesmal sind alle fit. Wir planen heute eine große Tour über Cortina bis nach Dunkel Italien. Alle Entenjäger waren wirklich sehr diszipliniert – na ja, fast alle. Außer John und Frank natürlich. Holger von den GBs spuckt allerdings auch nicht ins Glas und entpuppt sich schon früh als tapferer Trinkbegleiter und guter (weil schlauer) Gesprächspartner meistens für Frank. Und zum Wandern hat er anscheinend eh net viel Bock. Aber einer muss ja sowieso den Manni am schlafen hindern. Selbst Gerdi hat an diesem Abend der wunderbaren Außenanlage des Hotels keinen weiteren Schaden zugefügt.  
 Wir fahren also über Toblach nach Sexten, von dort geht es über den Kreuzbergpass und ab hier befahren die Entenjäger Neuland. In Padola biegen wir auf den Pass St. Antonia – ein kleiner schmaler, aber wunderschöner Pass. Und es folgen weitere neue Pässe – Pass Mauria, Pass Opura bis nach Lozzo. Von dort geht unsere Fahrt Richtung Sauris, wo wir nach einigen Kilometern den wunderschön gelegenen Stausee mit seinem türkisfarbenen Wasser erreichen. Hier stellen sich leider erste Probleme an Helmuts Motorrad ein. Man sieht halt mal wieder, dass PS (Pau) nicht alles sind. Der Ventilator streikt und die Maschine wird heiß. Wir müssen aus diesem Grund des öfteren Pausen einlegen und versuchen per Telefon mit einer Werkstatt in Deutschland den Fehler zu finden, um ihn unterwegs zu beheben, was uns leider nicht gelingt. Kurzerhand schließt Gerdi das Teil kurz und die Maschine ist wieder fahrbereit, jedoch muss Helmut langsam tun und wir müssen des Öfteren auf ihn warten, was aber nichts Neues ist. Der Weg führt uns über ein wunderbares Hochtal, es geht mitten durch Schafherden und zerklüftete Felsen, einfach traumhaft. Zurück geht der Weg wieder über Ampezo, Auronza mit einem kleinen Abstecher über den Misurinasee. Von hier an führt uns unser Weg zum ersten Mal nach 14 Jahren die Passstrasse hinauf zu den 3 Zinnen. In den vergangen Jahren haben wir dies aufgrund der immensen Mautgebühren von € 10,00 (umgerechnet ca. 3 Weizenbier) pro Person ständig vermieden, jedoch ein wunderbarer Ausblick belohnt uns für die entstandenen Kosten und wir machen hier unser diesjähriges Entenjägerfoto vor einer wunderbaren Bergkulisse.
 Ein wunderschöner Motorradtag geht zu Ende. Wir sind gegen 16:00 Uhr wieder zurück. 
 Am Mittwoch den 20.06. fahren wir in die Sellarunde. Diesmal jedoch verkehrt herum. Wir fahren über Bruneck und  Corvara, von dort über das Grödner Joch und zurück über den Campolongo wieder nach Corvara. Aufgrund der äußerst heißen Temperaturen verbringen wir den Rest des Tages, ohne schwere Lederkleidung, badend am Lago der Issing (Issinger Weiher). Einige der Entenjäger stürzen sich in die nicht unbedingt warmen Fluten, andere ziehen es eher vor, in der Sonne zu sitzen Weizenbier zu trinken. Das können die Jungs.
 Gut erholt und etwas abgekühlt verbringen wir einen lustigen und erholsamen Abend bei angenehmen Temperaturen vor dem Hotel.Für Donnerstag den 21. sind die Wetterprognosen nicht mehr so schön. Schon in der Nacht beginnt es zu gewittern. Wir beschließen also am Morgen uns sicherheitshalber nicht zu weit vom Hotel zu entfernen. Unser Weg führt uns zum Antholzer See, wo wir uns erst einmal einen Cappuccino schmecken lassen. Dort besichtigen wir auch zum ersten Mal lange und ausgiebig das dortige Biathlonzentrum. Und jetzt fängt es an zu regnen. Auf dem Rückweg zum Hotel werden wir zum ersten Mal richtig nass. Unser Mittagessen nehmen wir deshalb wieder in Pfalzen ein, in der Pizzeria Hinteregger und freuen uns schon auf den Nachmittag, welchen wir mit Wellness, Sauna und Massage im Hotel verbringen, was diesen Tag ebenfalls noch absolut gelingen lässt. Nachdem die Gewitter am Abend etwas nachlassen, können wir schon wieder draußen sitzen, es ist jedoch nicht mehr so heiß wie in den vergangen Tagen.
 Der Freitag 22.06. beginnt wieder sehr schön, die Sonne scheint und vom Gewitter ist nichts mehr zu sehen, sodass wir wie geplant eine wunderschöne Tour starten können. Wir fahren nach erst einmal nach Sterzing, wo Helmut schon etwas früher eine Motorradwerkstatt aufsucht, um seinen Ventilator, der ihn am Mittwoch verlassen hat, reparieren zu lassen. Da dieser Aufenthalt etwas Zeit kostet, fahren wir erst später weiter über das Penser Joch bis nach Bozen, von dort über die wunderschöne schmale Höhenstrasse nach Meran. Vorbei an den Orten Jenesien und Haflingen. Zurück bevorzugen wir die Schnellstrasse nach Bozen und die Autobahn nach Brixen und Pfalzen.
 An diesem Tag, da Ottmar ausnahmsweise bei John mitfährt, bemerkt er ganz nebenbei, dass John zwei eklatante Schaltfehler unterlaufen sind und das er außerdem wesentlich schneller wie Hartmut fährt und sogar das Motorrad in den Kurven  ab und zu  schleifen lassen. (Na geht doch)
 Weiterhin berichtete Ottmar, dass John sogar mutwillig versucht hat ihn zwei Mal vom Motorrad zu werfen, als er das Teil brutal vom fünften in den zweiten Gang zurückschaltete, und fügt auch noch lapidar an: Du bekommst das Ding von Hartmut schon noch kaputt. Der Motorradtausch von Hartmut und John kam lediglich zustande, weil Hartmut alleine die Heimreise wegen familiärer Termine antreten musste, und die weite Strecke einmal in seinem Leben mit einem vernünftigen Motorrad hinter sich bringen wollte durfte er mal ne richtige BMW fahren.
 Die Abreise am Samstag den 23.06. erfolgt mit einer halbstündigen Verspätung. War ja klar. Alle wollten früh ins Bett, aber daraus wurde natürlich nichts. Wir starten also um 08:30 Uhr, was bis dahin nicht weiter schlimm war. Das Chaos sollte jedoch auf dem Fuß folgen. Ab dem Inntaldreieck ist die Autobahn in Richtung München voll gesperrt. Wir müssen uns durch 40 km Stau mühsam durcharbeiten. Außerdem müssen wir auch noch die Autobahn verlassen und einige Kilometer über die Dörfer fahren. Hinzu kommt, dass mittlerweile heftiger Regen eingesetzt hat. Uns bleibt nichts anderes übrig, als unsere Regenklamotten anzuziehen. Wir quälen uns sehr langsam Richtung Nürnberg  aber das war noch nicht alles. Bei Erlangen folgt der nächste Stau, wieder über 6 km. Es ist nicht unser Tag. In Tennenlohe machen wir dann erst einmal auf einem Autohof eine größere Rast, um unsere Fahrt, nach einem ausgiebigen Mittagessen, weiter fortzusetzen. Natürlich setzt bei Aschaffenburg erneut heftiger Regen ein. Wir erreichen Breitscheid, total gestresst und abgespannt, um 19:00 Uhr. Das war die längste Heimreise, die wir bisher erlebt hatten. 
 Trotzdem lassen wir es uns nicht nehmen, zwei Abschlussgetränke vorm Schützenhaus zu trinken, wo unsere Fahrt 2007 auch endet. Wir sind wirklich froh und erleichtert, dass uns allen nichts passiert ist und wir wieder gesund, wenn auch etwas ermüdet, in Breitscheid angekommen sind. Es war mal wieder ein wunderschöner Urlaub und wir hoffen, dass wir im nächsten Jahr wieder in voller Besetzung ein neues Abenteuer in Südtirol verbringen können.