Tour 2005

03.07. bis 09.07.2005

Sonntag, 03. Juli

Geplante Abfahrtszeit: 07:00 Uhr, wie immer vollgetankt bei Hartmut. Das Wetter ist prima, leicht nebelig aber warm. Weit und breit kein Regen in Sicht. Erstaunlicherweise sind alle Entenjäger pünktlich. Sogar unser rookie Stefan, was aber auch kein Wunder ist, da er  bestimmt die halbe Nacht nicht geschlafen hat. Sensationell ist, dass alle wahrhaftig vollgetankt sind um sich Strafrunden bereits am ersten Tage zu ersparen.

Wir starten mit zehn Motorrädern, da Michael und Frank den Autotransfer bevorzugen. Noch zu klären wäre, ob es mittlerweile die ersten Alterserscheinungen sind , aber wahrscheinlicher ist, dass Frank seine Verletzung wirklich noch nicht ganz auskuriert hat und sich somit sich die lange Autobahnstrecke ersparen will.

Von Stunde zu Stunde wird das Wetter  noch besser und wärmer. Die Anreise erfolgt problemlos ohne Stau und Komplikationen. Lediglich am Brennerpass gibt es einen etwas längeren  Aufenthalt, da das Motorrad von Carsten nach einer Spaßvollbremsung urplötzlich sämtliche Kühlflüssigkeit verliert. Gott sei Dank wird dieses kleine Problem jedoch schnell behoben und so schaffen wir es nach neun Stunden Fahrzeit Pfalzen um 16:10 Uhr zu erreichen. Unsere beiden Autofahrer sind bereits seit einer halben Stunde vor Ort und in gewohnter Weise stehen kalte Getränke und eine herrliche Schinken-Käse Platte auf der Terrasse für die Entenjäger bereit. Aufgrund der Temperaturen (immerhin 30°) wird von diesem leckeren Angebot reichlich Gebrauch gemacht .

Pünktlich zu Abendessen findet sich auch unser Freund Michael der Aushilfs-Wanderer aus Bensheim im Hotel ein. Mit Motorrädern hat er zwar nichts am Hut, genießt  jedoch die Berge aber vor allem das gesellige Zusammensein mit den Entenjägern . Mittlerweile hören wir uns sogar jeden Abend geduldig seine Märchen von unmenschlichen langen Wanderwegen, atemberaubenden Klettersteigen u.s.w.  an. Na ja , wer’s glaubt . Wir wissen zwar nicht genau wie er es schafft jeden Tag pünktlich 5 Minuten nach uns , scheinbar völlig abgekämpft und erschöpft im Hotel einzulaufen , aber er macht es gut. Es sieht echt beeindruckend aus. 

Am späten Abend an der Bar sind dann aber doch einigen Entenjägern die Strapazen der Anreise anzusehen, besonders einem unserer beiden Autofahrern. Namen werden selbstverständlich nicht genannt. OK Frank ???

Aufgrund der Tatsache, dass alles mit der Anreise so wunderbar geklappt hat, fällt die Willkommensparty jedoch länger aus wie ursprünglich geplant. Wie am nächsten Morgen aus gut unterrichteten Kreisen zu hören ist, gab es Entenjäger, die sogenannte Sitzhilfen in Form eines Stuhles im Aufzug in Anspruch nehmen mussten, um fehlerfrei in die oberen Etagen zu gelangen. Das Wort „Fahrstuhl“ machte die Runde und hatte ab diesem Abend eine völlig neue Bedeutung. Nähere Details sind in der Fotostory der Tour einzusehen.

Montag, 04 Juli

Ein wunderschöner Tag beginnt. Es ist warm und innerhalb kurzer Zeit erreichen die Temperaturen wieder die 30° Marke. Aufgrund der wie immer langen Anreise und natürlich auch der Nachwehen des letzten Abends beschließen wir für den heutigen Tag eine kürzere Tour.

Die Route führt uns über Brixen hinauf auf den hiesigen Hausberg Plose. Von dort weiter auf das Würzjoch, wo wir oben angekommen um die Mittagszeit  eine kleine Jause zu uns nehmen. Die Fahrt führt uns weiter nach Zwischenwasser. Von dort am Kronplatz entlang, über den Furkelpass nach Olang und weiter über Bruneck zurück nach Pfalzen. Wir beschließen gemeinsam zur Jausenstation „Platten“ zu fahren, jedoch treffen wir hier dummerweise nur eine große Baustelle an und es gibt keine Möglichkeit ein paar Kaltgetränke in die Sonne zu genießen  Kurzerhand planen wir um und laufen die zweite Jausenstation, Kofl an welcher dann ausgerechnet montags Ruhetag hat. Die mittlerweile äußerst durstigen Entenjäger gelangen aber dann endlich zum wunderschön gelegenen Waldgasthaus „Ihrenberg“, wo man sozusagen zum Kaffee eine kleine Schinkenplatte verzehrt (ca. 1,5 qm groß) die selbst für zwölf hungrige erwachsene Männer nicht zu schaffen ist.

Gegen 17:00 Uhr sind wir zurück im Hotel und genießen auf der Terrasse die wunderschöne  Abendsonne. Das Wetter ist immer noch gut, obwohl sich schon langsam für die Nacht eine Wetteränderung, in Form von langsam heraufziehenden Wolken, ankündigt.

Wir beschließen den heutigen Abend, und auch den nächsten Tag, einheitlich im gelben Outfit zu verbringen, welches wir auch spontan nach dem Duschen in die Tat umsetzen und mehr oder weniger pünktlich zum Abendessen wieder auf der Terrasse zu erscheinen. Die lauen Temperaturen veranlassen die Entenjäger den ganzen Abend auf der außen zu verbringen, welches noch einen weiteren großen Vorteil hat (hier darf man rauchen).

Dienstag, 05 Juli

Leider ist die angekündigte Wetterprognose eingetroffen. In der Nacht gab es starke Gewitter und es regnet ohne Unterlass. An Motorradfahren ist bei diesem Wetter überhaupt nicht zu denken. Wir lassen es gemächlich angehen. Freundlicherweise stellt man uns den Hotelbus zur Verfügung und somit haben wir Gelegenheit einen kleinen Ausflug nach Bruneck zu unternehmen. Die Abfahrt wird auf 10:15 Uhr festgelegt. Einige der Entenjäger beschließen jedoch einen kompletten Wellnesstag einzulegen und verziehen sich vorerst wieder auf die Zimmer, oder  gleich zur Massage .

Unsere Fahrt führt uns zuerst in das Einkaufszentrum „Supertip“ nach Bruneck, wo eine kleine Anzahl an Spirituosen, in Form von vielen , vielen Flaschen Williams, zum Eigenverzehr und für die zu Hause gebliebenen Freunde eingekauft wird. Anschließend fahren wir in die Einkaufsstraße nach und lassen uns, alle mit Regenjacken bekleidet, in einem Straßencafe nieder und gönnen uns zum Aufwärmen  warme Getränke in Form von Cappuccino. Da nach wie vor keine Wetterbesserung in Sicht ist, verbringen wir den Nachmittag ebenfalls im Wellnessbereich unseres schönen Hotels. Man trifft sich gegen 15:00 Uhr fast geschlossen im Saunabereich, wo natürlich ein-zwei-drei gekühlte Flaschen Wein nicht fehlen dürfen und die Laune der Entenjäger sich in kürzester Zeit wieder erheitert. Nach einer ausgiebigen Ruhephase mit Saunagängen und Schwimmen trifft man sich munter und guter Dinge zum Abendessen.

Später am Abend merkt man wie ausgeruht die Entenjäger sind, denn an ein frühzeitiges Schlafengehen scheint keiner zu denken. Das Wetter hat sich mittlerweile beruhigt und für den nächsten Tag ist wieder Sonne angesagt. Voller Elan und Tatendrang planen wir für den  nächsten Tag die mit viel Vorfreude erwartete große Runde über das Stilfser Joch durchzuführen. Nach mittlerweile längeren Thekengesprächen und fortgeschrittener Uhrzeit zieht man ganz kurz in Erwägung die  lange Tour zu verschieben, was jedoch aufgrund des heutigen Ruhetages und der guten Kondition der Entenjäger einstimmig abgelehnt wird.

Weiterhin wurden an diesem Abend noch diverse brennende Fragen geklärt. z.B. Was denn wohl  VARADERO  (Steffis Motorrad) heißt ? Antwort = Fischkutter !!! (Anmerkung Webmaster: Nur unter Protest erwähnt! )Außerdem erwähnt Rüdi beiläufig, dass Carsten bisher wirklich schon viele hässliche Motorräder bei unseren Touren gefahren hat, worauf Steffi voller Inbrunst antwortete: „Aber keins ist so hässlich wie meins“. Wie er das wohl gemeint hat ? Aber was soll Mann auch erwarten von jemand der sich jeden Tag voller stolz mit einem hässlichen Bayern München Halstuch schmückt , bzw. verunstaltet .

Ich glaube die Entenjägergesetzte bedürfen dringend einer Überarbeitung um solche vergehen auch mit Strafrunden zu ahnden .

Zum Abschluss legen wir noch,  die Abfahrtszeit auf 09:00 Uhr fest , um die weite Strecke am nächsten Tag ohne Zeitdruck zu bewältigen.

Mittwoch, 06. Juli

Tatsächlich!!! Das Wetter ist toll und die Disziplin der Entenjäger wie immer vorbildlich. Nach geplanter Abfahrtszeit 09:00 Uhr schaffen es tatsächlich alle bis 09:45 Uhr fertig zu sein.

Und schon geht es los. Bei dem ersten Teilstück gilt es eigentlich nur möglichst viele der insgesamt 430 Kilometer schnellstmöglichst zu bewältigen. So fahren wir über die Autobahn nach Bozen und von dort die Schnellstraße über Meran, Richtung Reschen Pass, wo wir dann Richtung aber Gomagoi  abbiegen und den Angriff auf das Stilfser Joch nehmen. Gegen 13:00 Uhr erreichen wir die Passhöhe in 2.750 Metern. Unsere Tour geht weiter über Bormio, auf den ebenfalls 2.500 Meter hohen Gavia Pass, womit wir ach endlich Ottmars Wunsch erfüllen konnten, da er diesen Pass noch niemals befahren hat, aber uns seit Jahren davon schwärmt. Später geht es über den Passo Tonale wieder langsam Richtung Kaltern am See, wo wir vorher noch den Mendel Pass passieren.

Auf dieser Etappe passiert uns auch unser einziges Missgeschick in diesem Urlaub. Roland wollte testen, ob eine 900 Kawasaki eine schwere 1200 BMW auch während der Fahrt anschieben kann und somit einen unerwünschten kurzen Bodenkontakt hatte. Aber außer einigen Kratzern (die ja eh schon da waren) ist weiter nichts passiert und wir setzen die Fahrt auf der Autobahn von Bozen nach Brixen fort und erreichen Pfalzen guter Dinge gegen 18:00 Uhr.

Der Abend verläuft in gewohnter Weise in geselliger Runde.

Donnerstag, 07. Juli

Dummerweise ist das Wetter in der Nacht leider wieder umgeschlagen. Es hat stark geregnet, aber so wie es aussieht, reißt der Himmel auf und wir starten hoffnungsvoll die heutige Tour um 10:00 Uhr. Geplant ist, die obligatorische Sellarunde, jedoch nach dem ersten Tankstop setzt erneut leichter Regen ein. Wir fahren trotzdem los und beschließen erst einmal dem Pragser Wildsee einen Besuch abzustatten. Leider wird mit zunehmender Fahrdauer der Regen immer heftiger und so wird unser Aufenthalt am See länger als geplant und die Cappuccinopause etwas ausgedehnt.

Das Wetter scheint sich wieder zu bessern, und wir setzen unsere Fahrt fort  ins Antholzerthal, wo wir am gleichnamigen See auch unsere Mittagspause einlegen .

Sonne, Wolken und Regen wechseln sich ab. Ein Großteil der Entenjäger zieht es dann doch lieber vor, frühzeitig ins Hotel zurück zukehren. Frank, John, Gerd-Volker und Rüdiger, halt echte Westerwälder zieht es noch über den Furkelpass und Zwischenwasser zurück nach Pfalzen. Fünf Minuten nach Ankunft im Hotel gibt es erneut ein kräftiges Gewitter und alle sind froh rechtzeitig und fast trocken den Motorradtag beendet zu haben.

Den Rest des Nachmittags verbringen wir, mehr oder weniger ungewollt, aber nicht minderschön, wieder im Wellnessbereich unseres Hotels.

Am heutigen Abend genießen wir, wie jedes Jahr einmal, unser Abendessen im Gasthaus Pizzeria Winkler, wohin uns Manni freundlicherweise kutschiert. Einige Entenjäger sind wohl mittlerweile dermaßen ausgeruht, dass der weitere Verlauf des Abends nicht mit dem obligatorischen Barbesuch endet, sondern mit heiße Diskussionen bis tief in die Nacht auf der Balkon fortgesetzt wird. Mit dem Ergebnis, dass somit nicht nur alle Hotelgäste wissen, dass Motorradfahrer im Haus sind, sondern auch endgültig seit diesem Abend der ganze Ort, da, wie sollte es auch anders sein, die Unterhaltung nicht wirklich in Zimmerlautstärke weitergeführt wurde.

Freitag, 08. Juli

Der heutige Tag ist wieder wunderschön. Die Schneefallgrenze ist über Nacht auf unter 2.000 Meter gefallen, sodass rundherum die Bergspitzen alle weiß gepudert sind.

Wir fahren parallel zur Autobahn nach Sterzing. Hier müssen wir jedoch einen ungeplanten Zwischenstopp einlegen . Einer von uns hat Trockengefahren !  und wird mittels Spanngurten zur Tankstelle abgeschleppt . Jetzt ratet mal wer es war ? Richtig , natürlich unser Frank mit seinem Reisetourer  ( Ducati , mit 12 Ltr Tankvolumen ) Aber dann geht es doch weiter direkt auf das 2.200 Meter hohe Penser Joch, später durch das wunderschöne Sarnthal bis kurz vor Bozen. Von dort fahren wir über die schmale wunderschöne Höhenstraße nach Meran, um gegen 13:30 Uhr etwas außerhalb, nähe Dorf Tirol, zu rasten. Von dort führt unsere Tour weiter über den mittlerweile gut ausgebauten Jaufen Pass wieder zurück nach Sterzing und später über die Südtiroler Sonnenstraße nach Terenten und Pfalzen.

Unser Hotel erreichen wir gegen 17:00 Uhr und es wird leider schon wieder Zeit zum Packen. Die Entenjäger verladen die Motorräder von Frank und Michael auf den Anhänger. Später werden auch die anderen Motorräder bepackt und wir beschließen  unsere Heimreise am Samstag um 08:00 Uhr zu starten.

Samstag, 09. Juli

Es ist schon wieder so weit. Es heißt Abschied nehmen. Jetzt kommt Johns großer Auftritt. Er darf die gesamte Zeche bezahlen und völlig unerwartet haben wir wohl mehr Geld ausgegeben als wir ursprünglich eingezahlt haben. Somit heißt es: Nachzahlen!

Wir verlassen Pfalzen um 08:15 Uhr gemeinsam mit den Autofahrern. Das Wetter ist trocken und die Fahrt geht zügig voran. Aufgrund einer Vollsperrung bei Würzburg müssen wir die Heimroute gezwungenermaßen etwas ändern und wir erleben wieder mal eine Premiere. Helmuts große Stunde schlägt. Aufgrund seiner überaus guten Ortskenntnis ( 50 Jahre Truckererfahrung ) fährt er zum ersten Mal seit sechs Jahren ganz vorne und alle folgen ihm über die Route Erlangen, Bamberg , Aschaffenburg, dort  geht’s wieder auf die Autobahn und wir erreichen Breitscheid gesund und munter um 17:30 Uhr. Die beiden Autofahrer haben mittlerweile fast eine Stunde Vorsprung herausgefahren und unverschämterweise mit unserer Abschlussrunde nicht auf uns gewartet.

Jetzt wird unser Kassierer John aber wirklich komisch. Das Geld ist schon wieder alle und so bittet er die Entenjäger noch einmal zur Kasse. Aber auch hierfür ist der Grund schnell ausgemacht, da dieses Jahr Strafrunden scheinbar völlig ignoriert wurden. Somit nutzen wir die Gelegenheit einigen säumigen Strafrundenzahlern noch die Gelegenheit zur Wiedergutmachung zu geben.

Zum guten Abschluss gilt einfach nur zu klären wo die Zeit geblieben ist und dass wir uns jetzt schon auf ein Neues im Jahr 2006 freuen